„Landtalk“ über Verkehrsprojekte im Landkreis MdL Sylvia Stierstorfer lädt Verkehrsministerin Kerstin Schreyer zu virtuellem Gespräch

15.01.2021

Außergewöhnliche Zeiten erfordern neue Wege für den Austausch zu aktuellen politischen Themen der bayerischen Landespolitik. Deshalb lud die Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer zu einer zweiten Runde ihres neuen digitalen Formats, dem virtuellen „Landtalk“ ein.

Ehrengast war die Bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr Kerstin Schreyer, die mit den Teilnehmern über aktuelle Infrastruktur- und Bauvorhaben im Landkreis Regensburg diskutierte.

 

„Kaum ein anderes Thema beschäftigt unsere Region so sehr, wie das Thema Mobilität“, so Stierstorfer. Neben wichtigen Straßenbauprojekten wie in Aufhausen, Bach, Pfakofen, Bernhardswald und Duggendorf, liegt der Abgeordneten der Neubau der Donaubrücke bei Pfatter sehr am Herzen. Sie bat die Ministerin um rasche Umsetzung der Vorhaben in der Region und machte sich bei Schreyer für eine Erhöhung der Haushaltsmittel für den Staatsstraßenbau stark. Künftig soll der Fokus vermehrt auf alternativen Verkehrswegen liegen. Stierstorfer will sich weiterhin dafür einsetzen, dass weitere Bahnhaltepunkte im Landkreis Regensburg realisiert werden, dass die Taktungen auf den Strecken nach München und Nürnberg verdichtet werden und dass der ÖPNV stärker mit dem Schienennetz in Einklang steht. „Ein weiterer Baustein sind die Radwege in der Region. Bedingt durch die Corona-Pandemie haben viele Menschen das Radfahren wieder für sich entdeckt. Wir brauchen deshalb breitere und schnellere Radwege, um möglichst viel Raum für Radfahrer und E-Biker zu bieten“, so Stierstorfer.

 

Drittes Gleis bei Obertraubling kommt

Die Bahnstrecke zwischen Regensburg und Obertraubling gilt schon lange als Nadelöhr auf der Strecke nach München. Ein drittes oder sogar viertes Gleis sei dringend erforderlich, um die Bahntrasse zu entlasten. Schreyer verkündete, dass die Vorplanungen 2022 abgeschlossen seien und ein drittes Gleis geplant sei. Die Entscheidung, ob es auch ein viertes Gleis geben werde, liege bei der Deutschen Bahn und beim Bund, so die Ministerin. Obertraubling investiert derzeit massiv in den Ausbau von Parkplätzen in Bahnhofsnähe, um den Standort attraktiver zu gestalten und die Fahrgastzahlen zu erhöhen – eine Voraussetzung für einen barrierefreien Ausbau des Bahnhofes unter der Förderung des Freistaates Bayern. Zuletzt konnten die Gemeinden Deuerling und Sünching bereits von einer finanziellen Unterstützung profitieren.

 

Verstärkerbusse für den Schülerverkehr unterstützen ÖPNV

Der Freistaat Bayern fördert auch den Einsatz von sogenannten Verstärkerbussen in der Region: Damit haben Kommunen die Möglichkeit, das Platzangebot im ÖPNV erhöhen und Schülerinnen und Schüler vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen. Das sei vor allem jetzt in der kalten Jahreszeit sinnvoll, wo weniger Menschen Rad fahren und die Fahrgastzahlen im ÖPNV steigen, so Schreyer. „Die Kosten übernehmen wir als Freistaat zu 100 Prozent.“ Über eine spezielle Plattform können die Kommunen bei Bedarf Busse mit Fahrer anfordern

 

Pfaffensteiner Tunnel: Machbarkeitsstudie im Frühjahr

Die dringend notwendige Sanierung des Pfaffensteiner Tunnels brennt den Menschen in der Region ebenfalls unter den Nägeln. Unter der Federführung des Bundestagsabgeordneten Peter Aumer wurde der Ministerin Ende letzten Jahres eine Resolution übergeben, eine Machbarkeitsstudie von bestandsorientierten Varianten zur Erneuerung des Tunnels Pfaffenstein werde im Frühjahr vorgestellt, so Stierstorfer.

 

Hohe Kosten für Eigentum werden zum Problem

Zuletzt sprach die Ministerin die Wohnsituation im Raum Regensburg an, der ebenso in ihren Zuständigkeitsbereich fällt. „Der Traum von einem Eigenheim wird gerade für jüngere Menschen schwieriger. Es muss mehr gebaut werden, damit sich der Wohnungsmarkt entspannt und die Preise sinken“, so Schreyer. Sie will auch den sozialen Wohnungsbau weiter vorantreiben und vor allem bezahlbaren Wohnraum schaffen. „Denn jeder, sei es die Frisörin, der Student oder die alleinerziehende Mutter hat es verdient, sich eine Wohnung leisten zu können, auch in Ballungsgebieten“, erklärte die Ministerin. Stierstorfer sagte abschließend, dass sie jederzeit ein offenes Ohr für die Anliegen in den Kommunen vor Ort habe und an den vielen Vorhaben im Landkreis dranbleiben werde. Sie bedankte sich auch bei Staatsministerin Kerstin Schreyer für die Unterstützung.

 

(Ende)

Teilen Sie diese Meldung